21. - 30. Oktober: International Mountain Summit 2011 (IMS)
Von 21. - 30. Oktober wird Brixen wieder der Ort sein, an dem sich Bergfreunde, Spitzenalpinisten, Nachwuchskletterer und Berginteressierte aus der ganzen Welt treffen, um sich inspirieren und berühren zu lassen.

Der International.Mountain.Summit ist eine unabhängige und internationale Plattform, auf der der Lebensraum "Berg" in all seinen Facetten beleuchtet, diskutiert und gefeiert wird. Der Berg ist so vielfältig wie seine Besucher und Bewunderer. Er ist Lebensraum, zugleich Marktfaktor, persönliche Herausforderung oder einfach nur ein Naturwunder. Er öffnet Einzelnen die Augen und prägt ganze Kulturen.
Diese Plattform ist der ideale Platz für das Gipfeltreffen der Bergwelt. Internationale Größen der Szene, Top-Bergsteiger und Kletterer finden sich zum Wettbewerb der Ideen. Beim IMS vernetzen sich Themen ebenso wie Generationen und Sichtweisen. In dieser Vielfalt hat jeder Gast des IMS etwas mit den anderen gemeinsam, alle sind bergbegeistert.
Südtirol, inmitten der Alpen, und vor allem die Stadt Brixen als Tor zum Welt-Naturerbe Dolomiten, ist idealer authentischer Austragungsort für dieses vielfältige Berg-Festival. Die traditionelle Gastfreundlichkeit und der Charme der Stadt lassen eine familiäre Atmosphäre entstehen, die dem IMS eine ganz eigene Würze verleiht.

Höhepunkte des dritten internationalen Bergfestivals

Das Programm wird mit dem IMS Talk spannende Vorträge der Spitzenalpinisten Marko Prezelj (SLO), Josune Bereziartu (ESP), Ines Papert (DE), Chris Sharma (USA), Alexander Huber (DE), Thomas Huber (DE), Dean Potter (USA), Adam Ondra (CZ), Stefan Glowacz (DE), Reinhold Messner (IT), Beat Kammerlander (A), Simon Gietl (IT) und Roger Schäli (CH) umfassen.

Während des Festivals können mit Topbergsteigern beim IMS Walk die schönsten Wanderrouten in der Brixner Umgebung erkundet werden. Beim Arc´teryx Climbing Day, der in Zusammenarbeit mit Klettern Brixen am Sellajoch stattfindet, kann in Klettergärten rund um Brixen mit Größen wie Ines Papert, und Josune Bereziartu geklettert werden. Der IMS hat 2011 einen starken Fokus auf die Fotografie gelegt.

Mit dem IMS Photo Contest 2011 by KIKU, der Wanderausstellung The Mountaineers von Manuel Ferrigato sowie einer Auswahl der besten Bilder des Fotowettbewerbs Mountain Moves – best of IMS Photo Contest 2011 am Domplatz in Brixen während des Monats Oktober wurden die Berge fotografisch in Szene gesetzt.

Beim IMS Film am 20. Oktober kommt ab 18.00 Uhr in Kooperation mit dem Filmclub Brixen extreme Bergfilmaction auf die Leinwand vor dem Brixner Dom.

Die besten Slackliner der Welt führen beim 2. Slackline World Championship 2011 by KIKU und dem dazugehörigen Weltmeisterschaftsfinale vom 21-.23 Oktober atemberaubende Sprünge auf der Line vor. Sport wird auch beim AVS Boulderfestival in der Handballhalle Brixen im Zentrum stehen, wenn dieses Jahr wieder die Elite der internationalen Boulderszene aufeinandertrifft, um beim IMS Cup 11 die Besten an der Wand zu küren.

Die absoluten Höhepunkte der IMS sind aber die Diskussionsrunden zu den Themen „Spiritualität und Berge“ und „Bergschicksale - Die Schattenseite der Gipfelerfolge“.
Die Kongressthemen 2011 sind „Sport Grenze Wald- wie viel Sport verträgt der Wald?“ in Kooperation mit dem Forstverein Südtirol und die Fachtagung „Klettern und Gesundheit“, die in Zusammenarbeit mit dem Alpenverein Südtirol stattfinden wird.

Die Diskussionsrunden im Einzelnen:

„Bergschicksale“ – Die Schattenseite der Gipfelerfolge"
21. Oktober 2011 im Forum – Brixen
„Familienvater beim Bergsteigen in den Tod gestürzt“ Meldungen wie diese sind Dauergäste in den Chronikseiten der Tageszeitungen. Vermisste oder verunglückte Bergsteiger und die Expeditionen zu ihrer Rettung werden von Medien wie Öffentlichkeit wochenlang gespannt verfolgt und kommentiert. Das Licht der Öffentlichkeit ist jedoch von kurzer Dauer. Nach einigen Tagen ist der Fall vergessen.
Die Diskussionsrunde „Bergschicksale“ soll die Hintergründe dieser Meldungen beleuchten, und ausloten, was genau hinter solchen Bergschicksalen steckt. Bergunfälle gehören zum Alpinismus wie Gipfelerfolge und machen diese überhaupt erst so wertvoll, da sie als Gegengewicht zum Erfolg mindestens so viel Aufsehen erregen und Diskussionen entfachen. Sie definieren das Risiko, von dem Bewegung in den Bergen immer begleitet wird und sind die Kehrseite der Medaille. Bergunfälle verändern den Alpinismus, führen zu einem neuen Sicherheitsdenken und zu neuen Sicherungstechniken. Unsere Hochsicherheitsgesellschaft mit minimaler Risikobereitschaft wird vorgeführt. Warum gehen Menschen solche Risiken ein? Und wie leben Angehörige, Bergretter, Notfallpsychologen und Materialentwickler mit den Folgen? Wie haben Bergunfälle den Alpinismus verändert? Diese Schicksale zu entmythologisieren, sie zu beschreiben und Hintergründe aufzuzeigen ist das Ziel der IMS Discussion „Bergschicksale“

Moderation: Erwin Brunner, Chefredakteur National Geographic Deutschland
Diskussionsteilnehmer:
Silke Unterkircher, Witwe von Karl Unterkicher, Südtiroler Bergsteigerhoffnung
Sergio Valentini, Alpinist, Bergretter und Verschütteter in Val Lasties (6 Tote)
Dr. Johann Kirschner, Notfallpsychologe BRD Salzburg
Prof. Dr. Oswald Oelz, Bergsteiger und Höhenmediziner
Dr. Josef Hurton Pfarrer a.D, Bergretter, Filmemacher…
Horst Höfler, Autor/Journalist Buch Bergtragödien

„Berge und Spiritualität“ – Berge im Spannungsfeld von Spiritualität, Flowgefühl und Sinnsuche
23. Oktober 2011 im Forum - Brixen
Gebirgszüge und einzelne Berge, seien es Alpen, Anden, Kilimandscharo, Kailash oder Himalaya, übten von jeher eine besondere Wirkung auf die Menschheit aus. In religiösen Texten spielen Berge eine zentrale Rolle als Sitz der Götter und Verbindung zwischen Himmel und Erde. Sie sind ein Ort der Offenbarung. Für die Bevölkerung in der Umgebung waren sie gefährlich und faszinierend zugleich, die Nutzung beschränkte sich auf das absolut Notwendige. Respekt und Furcht prägten diese Beziehung. Diese ambivalente Beziehung änderte sich langsam mit dem Aufkommen von Bergsteigen und Tourismus. Berge wurden zum Erholungs- und Wirtschaftsraum. Viele Menschen erfahren heute beim Wandern, Klettern und Bergsteigen die Berge als Ort der Kontemplation, transzendentale Erfahrung und Begegnung mit der Schöpfung – als ein spirituelles Erlebnis. Diese individuelle Spiritualität ist eng verbunden mit Bewegung in der Natur, mit körperlicher Anstrengung und dem Gefühl, ganz bei sich selbst zu sein.
Die Naturwissenschaft hat dafür einen anderen Namen. „Flow Gefühl“ oder „Runners high“ wird das Gefühl der totalen Entspannung und Konzentration genannt, das sich durch regelmäßige Bewegung und die damit verbundene hormonelle Ausschüttung einstellt. Spiritualität als Nebenprodukt körperlicher Aktivität? Oder Berge als Orte der Sinnsuche und Selbstfindung?
Berge und Spiritualität und deren vielfältige und wechselnde Wahrnehmung in der Kulturgeschichte der Menschheit stehen im Zentrum der IMS Discussion „Faszination Berg “ beim International Mountain Summit 2011.

Moderation: Karin Prähauser, Servus TV
Einleitung: Günther Cologna, Head Eurac Education
Diskussionsteilnehmer:
Bischof Manfred Scheuer, Diözese Innsbruck
Edwin Bernbaum, Research Fellow mit Schwerpunkt Berge und Religion, Berkeley University, CA
Arne Dietrich, Neurologe und Experte für bewegungsinduzierte Bewusstseins-veränderungen, Am. University Beirut, Libanon
Alessandro Gogna, Alpinist, Autor und Verleger sowie Umweltaktivist

Showalpinismus“ – Wie viel Leistung steht hinter der Berg-Show
28. Oktober 2011 im Forum – Brixen
Die Pioniere des Alpinismus waren Amateure. Liebhaber, die aufgrund der Faszination am Bergsteigen immer höhere Gipfel und schwierigere Wände bewältigten. Sie entwickelten einfache Regeln, um bergsteigerische Leistungen zu beurteilen, die sich in einem Satz zusammenfassen lassen: By fair means. Ausgangspunkt: die persönliche Leistungsfähigkeit. Was der Einzelne kann, darf er auch. Von allem anderen sollte er Abstand nehmen.
Alpinismus wurde über die Jahrzehnte zu einer professionellen Tätigkeit. Viele Bergsteiger leben von Sponsoring, Vortragsreisen und Bücherverkauf. Der Markt ist die Öffentlichkeit: je präsenter, desto stärker der Nutzen für Sponsoren und Bergsteiger.
By fair means wird heute oft mit “whatever it takes“ ersetzt: Nicht die persönliche Leistungsfähigkeit und das eigene Können entscheiden, sondern die maximale Öffentlichkeit stellt den Bewertungsrahmen für bergsteigerische Leistungen dar. Eine Kameraeinstellung kann wichtiger für die Karriere sein als der Schwierigkeitsgrad der Wand, in der geklettert wird. Durch die steigende Anzahl an Filmen und Fotos, die in der Ästhetik auf schnelle Schnitte, laute Musik, spektakuläre Kamerawinkel und starke Montage setzen, wird es für die Zuseher immer schwerer, zu beurteilen, wie die Leistung der Protagonisten wirklich eingeordnet werden kann. Der Fall eines Mountain – Runners, der gefühlten Druck von Medien und Sponsoren als Grund dafür angibt, eine Besteigung vorgetäuscht zu haben, stellt sicher nur die Spitze des Eisbergs dar.
Dass Alpinisten ihre Leistungen vermarkten, ist legitim. Die Frage, die gestellt werden muss, ist: Wie viel Leistung steht hinter der Show? Können alpinistische Leistungen heute von der breiten Masse der Zuseher nachvollzogen werden?

Moderation: Erwin Vogt
Einleitung: Hanspeter Eisendle
Diskussionsteilnehmer:
Reinhold Messner: Legende des Alpinismus, Museummacher, Autor
Stefan Glowacz, Sportkletterer, Alpinist und Unternehmer
Adam Ondra, Spitzen – Sportkletterer
Bernd Kullmann, Geschäftsführer Deuter und Alpinist
Peter Reinthaler, Manager David Lama, Anna Stöhr…, Eventorganisator
Gerald Salmina , Regisseur und Kameramann
Alessandro Filippini Direktor Sportweek und Redaktionsleiter Gazzetta dello Sport


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