Stefan Pauer 1922–2011
Stefan Pauer, der Erstbesteiger des Mount Haramosh (7.406 m), ist im 90. Lebensjahr verstorben.

Die Naturfreunde Österreich geben mit großer Betroffenheit bekannt, dass am 4.12.2011 einer ihrer größten Bergsteiger, Stefan Pauer, im 90. Lebensjahr von uns gegangen ist. 

Stefan Pauer, am 23.11.1922 im Piestingtal geboren, begeisterte sich schon sehr früh für die Berge in seiner Umgebung und stand bereits mit 13 Jahren alleine am Gipfel des Schneeberges. Dieses Ereignis sollte für sein späteres Leben, das er ganz den Bergen gewidmet hat, entscheidend sein. In den späten vierziger und fünfziger Jahren zählte Stefan zu den leistungsstärksten Alpinisten. Er durchstieg im Alleingang zahlreiche Berge in den Westalpen: zu seinen schönsten Erinnerungen zählen die Überschreitung des Mt. Rosa-Stockes, die Lyskamm- sowie die Castor-Pollux-Überschreitung zum Breithorn.
In Begleitung von Kameraden schaffte Stefan die Mt. Blanc-Überschreitung und die Durchsteigung der Brenva Flanke sowie die Haute Route mit Skier von Saas Fee aus. Seit dem Jahr 1954 begeisterte sich Stefan für die Fotografie und für das Filmen. Bei seinen Bergtouren war daher steht´s auch die Kamera griffbereit.

Anlässlich des 60jährigen Bestehens der Naturfreunde Alpinistengilde nahm Stefan 1955 an der Jubiläumsexpedition zum Ruwenzori in Zentralafrika teil. Danach folgte auch die Besteigung des Kilimandscharo. Zu dieser Zeit hielt Stefan bereits Diavorträge bei der Naturfreunde-Alpinistengilde.
1957 erhielt Stefan die Chance, als Kameramann einen Film über eine Expedition zu den Vulkanbergen in Ostafrika und Mt. Elgon, Mt. Kenia und Kilimandscharo zu drehen, der in zwei Teilen im Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Sein beachtlichster Erfolg war mit Sicherheit, die Erstbesteigung des 7.406 m hohen Mount Haramosh im Jahre 1958 mit Heinrich Roiss und Franz Mandl. Das dort gedrehte Filmmaterial wurde 2009 digitalisiert und beim Bergfilmfestival der Naturfreunde präsentiert. Seine Teilnahme an der Dhaulagiri-Expedition 1959 unter Fritz Moravec ist ebenfalls überaus erwähnenswert.

Mit der Naturfreunde-Alpinistengilde war Stefan 1961 im Kaukasus unterwegs. Im Jahre 1966 gelang ihm bei der 70jährigen Jubiläumsexpedition der Alpinistengilde weitere Erstbesteigungen im Cordon de la Chaula in den Anden und auf den höchsten Berg von Amerika, den fast 7000 m hohen Aconcagua.
 
Sehr umtriebig und ständig in der Bergwelt unterwegs war Stefan sein ganzes Leben lang. Spätere Lungenprobleme ließen diese Berge allerdings etwas niedriger werden. Am Sonntag, 4.12.2011 ist Stefan Pauer nach langem Leiden im 90. Lebensjahr für immer von uns gegangen. Die Naturfreunde Österreich, insbesondere die Naturfreunde Alpinistengilde, werden Stefan als einer ihrer größten Bergsteiger, immer in bester Erinnerung behalten.


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