Fjällräven Classic – der einzige Gebirgswanderlauf der Welt
Der „Fjällräven Classic“ ist der einzige Gebirgswanderlauf der Welt, und das in einer der schönsten Gegenden der Erde. Die zu bewältigen 110 km führen über den klassischen Kungsleden (Königsweg) durch die einsame Wildnis Lapplands Nordschwedens.

Campiert wird dort, wo es einem gefällt, übernachtet wird ausschließlich in Zelten. Jeder Teilnehmer wählt seine eigene Marschgeschwindigkeit sowie auch das Marschgepäck beginnend von 10 kg bis zu 25 kg. Angefangen hat das Rennen vor sechs Jahren mit ca. 300 Teilnehmern. Im Jahr 2007 waren es schon 1000, im heurigen August etwa 2000 Wanderfreudige. Zu gewinnen gibt es neben einem einmaligen Naturerlebnis auch Edelmetall: Wer die 110 km lange Strecke in 3 Tagen bewältigt, wird mit einer Goldmedaille belohnt, für 4 Tage gibt es eine Silbermedaille und Wanderern, die sich 5 Tage Zeit lassen, wird die Bronze-Medaille umgehängt. Sieben Kontrollstationen sind zu bewältigen, in denen man weitere Verpflegung und Gaskartuschen aufnehmen kann. Veranstaltet wird dieser Wettbewerb für Weitwanderer und Trekker aller Herren Länder vom schwedische Traditionsunternehmen Fjällräven (bekannt für funktionelle und robuste Outdoor Bekleidung).

Tag 1: Start um 10 Uhr (gestartet wird in mehreren Startgruppen, unsere Gruppe bestand aus 400 Personen). Bei diesem Massenstart kann ich mir kaum vorstellen, die nächsten Tage in der schönen Urlandschaft Lappland allein zu sein. 19 km sind es bis zum ersten Etappenziel zur Fjällstation Kebnekaise am Fuße des höchsten Berges (2111 m) Schwedens, um ca.16:30 Uhr hatte ich das Etappenziel erreicht. Als begeisterter Bergsteiger musste ich diesen Gipfel natürlich besteigen! Herwig, ein Steirer, der mit seiner Schwester unterwegs war, schließt sich mir an. In vier Stunden stehen wir am eisgepanzerten Gipfel – ein einzigartiges Erlebnis, wenn man bedenkt, dass es sich hier so weit nördlich des Polarkreises um einen hoch alpinen Gipfel handelt, zumal in etwa 1200 m die Gletscher beginnen.

2. Tag: Nach ein paar wenigen Stunden Schlaf geht es wieder los. Das Wetter verschlechtert sich, stündlich sich wiederholende Regenfälle verscheuchen die Sonne. An diesem Tag schaffe ich die Stationen Singi, Sälka und Tjäktja, den mit ca.1150 m höchsten Punkt des Rennens.

3. Tag: Um ca. 2:30 Uhr früh hole ich mir meinen vierten Kontrollstempel, womit ich heute weitere 40 km schaffe. Die eisige Kälte macht einen erholsamen Schlaf zunichte. Dazu noch die Schmerzen in meinem Genick, die mir der schwere Rucksack verursachte – der Fjällräven Classic ist kein Honiglecken. Alles andere als ausgeschlafen packe ich bei leichtem Regen erneut meinen Rucksack und marschiere weiter durch die grandiose Fjäll-Landschaft an Schneefeldern vorbei den letzten drei Etappen entgegen (Alesjaure, Keron, Abisko). Noch im Laufe des Vormittags wird mir klar, wollte ich Gold, müsste ich die letzten 50 km in einem durch marschieren. Ich schaffe es. Im Ziel wird gefeiert wie bei einer Olympia-Party. Ich allerdings wäre am liebsten wieder aufgebrochen. Zurück in die Wildnis, die Stille und Finsternis der Nacht, zurück an den einsamsten schönsten Trail meines Lebens. Ich schleiche mich einige Meter Richtung Wald davon und stelle mein Zelt auf, krieche in den Schlafsack und denke an meine zwei Kinder. Bald darauf schlafe ich mit dem Gedanken ein, eines Tages mit meinen zwei Söhnen zurückzukehren, in den hohen Norden, in die einsame Berglandschaft Lapplands.

Tipps zur Anreise
: Flugzeug über Stockholm nach Kiruna oder via Oslo nach Narvik (SAS, Lufthansa).

Text: Thomas Merlin (er hat die Teilnahme am Fjällräven Classic im Zuge eines LAND DER BERGE-Gewinnspiels gewonnen)


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