Zwei Wochen in der Vertikalen – Glowacz in Brasilien
Früher waren es die riesigen Goldvorkommen, die Glücksritter, Abenteurer und Kaufleute nach Minas Gerais im Südosten Brasiliens lockten. Heute sind es Diamanten und Smaragde, die den Wohlstand der Region sichern. Doch für die deutschen Extremkletterer Stefan Glowacz und Holger Heuber erstreckt sich der wahre Schatz direkt vor ihren Augen.

Sie zählen zu den höchsten Erhebungen Brasiliens, denn die Felswände ragen über 1.000 Meter in den tiefblauen, brasilianischen Himmel. Das sind die Edelsteine für Climber, und so zieht es die deutschen Profikletterer Stefan Glowacz, Holger Heuber und den Fotografen Klaus Fengler wie die Glücksritter und Abenteurer vergangener Tage im Juli 2009 nach Minas Gerais.

Die Felsbollwerke von Minas Gerais sind in der westlichen Kletterszene nahezu völlig unbekannt und durch ihre Kompaktheit, das heißt nur wenige Griffe und Tritte, extrem schwierig zu erschließen. Das Ziel von Stefan Glowacz, Holger Heuber und Klaus Fengler ist eine Erstbegehung der Piedra Riscada, eine der anspruchsvollsten Granitwände Brasiliens. Stolze 1.200 Meter erhebt sich die Ostkante aus der Ebene und ist somit höher als der berühmte El Capitan im Yosemite Valley. Aufgrund der strukturarmen Felsoberfläche erwarten die Abenteurer höchste klettertechnische Schwierigkeiten und eine unglaubliche, logistische Herausforderung.

Über zwei Wochen werden sie in der Vertikalen leben, klettern und schlafen. Es gibt keine natürlichen Vorsprünge oder Absätze, auf denen sie stehen oder sitzen können. Die einzige horizontale Fläche bietet ein so genanntes Porterledge. Ein straff in einen Alurahmen gespanntes Nylontuch, gerade einmal so breit und lang wie eine Matratze. Sie dient den Climbern als Plattform und Schlafplatz. Jeden Tropfen Wasser und Verpflegung in Form von Trockennahrung sowie die gesamte Ausrüstung müssen Glowacz, Heuber und Fengler in einem ausgeklügelten Flaschenzugsystem die Wand hochbefördern. Ein zweifellos anspruchsvoller Weg zum Ziel.

Kurzbiografien

Stefan Glowacz zählt seit Jahren zu den besten Kletterern der Welt. Nach einer erfolgreichen Karriere als Wettkampfkletterer, die ihm den dreimaligen Titel des Rock Masters einbrachte, widmet er sich Expeditionen in die entlegensten Winkel der Erde. Ihm gelangen Erstbegehungen in Venezuela, Patagonien, Grönland, Kanada und in der Antarktis. Er ist Buchautor, begehrter Vortragsredner sowie Referent für Führungskräfte und Nationalmannschaften (Fußball, Hockey, Turnen).

Holger Heuber ist ein Allroundtalent. Im Fels klettert er im zehnten Schwierigkeitsgrad, fliegt Gleitschirm und fährt Kajak auf höchstem Niveau. Zusammen mit Stefan Glowacz unternahm er Expeditionen ans Ende der Welt und ist der ruhende Pol des Teams. Seit seiner Jugend sind Expeditionen eine große Leidenschaft und wenn er gerade nicht unterwegs ist, hält er Vorträge über seine vielfältigen Unternehmungen.

Fotograf Klaus Fengler ist Spezialist in Sachen Natur- und Kletterfotografie. Die Bilder des erfolgreichen Fotografen erscheinen regelmäßig in nationalen und internationalen Zeitschriften wie GEO, Stern, etc. Seit sieben Jahren begleitet er die Expeditionen von Stefan Glowacz, unter anderem nach Mexico, Kenia, Patagonien, Baffin Island und Venezuela.


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