Der K2 als Tagestour – Stangls neues Projekt
Skyrunner Christian Stangl nimmt sich erneut den zweithöchsten Berg der Erde vor, den K2. In weniger als 24 Stunden vom Basislager zum Gipfel und zurück, so das erklärte Ziel von Stangl.

Nächste Woche bricht der Steirer Richtung Pakistan auf, Ende Juli ist es soweit für den Gipfelversuch. Vergangenes Jahr musste Stangl wegen der Bergtragödie am K2 abbrechen – elf Bergsteiger fanden den Tod.

Vergangenes Jahr entging Extrembergsteiger Stangl nur knapp der Bergtragödie am K2: Elf Bergsteiger fanden den Tod durch eine Eislawine. Auf 8.100 Meter brach Stangl den Gipfelversuch knapp unterhalb der tödlichen Eislawine ab. Stangl hatte enormes Glück. Eine halbe Stunde früher aufgestiegen und ihn hätte dasselbe Schicksal gedroht wie den elf tödlich verunglückten Bergsteigern.

Der 8.611 Meter hohe K2 soll der dritte Achttausender sein, den Stangl als „Tagestour“ machen will. Für den 8.848 Meter hohen Everest brauchte Stangl 17 Stunden zum Gipfel, den 8.188 Meter hohen Cho Oyu erklomm der Steirer in 15 Stunden nonstop vom Basislager aus. Bei beiden Bergen war er unter 24 Stunden Skyrunzeit unterwegs vom Basislager zum Gipfel und retour. „Man kann jeden Berg – auch die Achttausender – als Tagestour angehen. Wo ist sonst die alpinistische Herausforderung? Auf dem Gipfel als 299ster zu stehen? Klingt nicht sehr spannend – für mich“, so Stangl.

Stangl verzichtet bei seinen „Skyruns“ auf jede Hilfe: Keine Lagerkette, keine Unterstützung durch Helfer, kein Sauerstoff. Mit leichtem Equipment geht’s auf dem schnellsten Wege zum Gipfel. Ein paar Energieriegel und zwei Liter Wasser: „That’s all. Bergsport in Reinform. Der eigentliche Kampf findet gegen die Uhr statt, nicht gegen den Berg“, so Stangl.

Der Admonter wandelt am K2 auf den Spuren des deutschen Alpinisten Fritz Wiessner und Sherpa Pasang Dawa Lama. Die stellten 1939 den Höhenrekord im Bergsteigen auf mit 8.382 Metern, setzen dabei eine bis heute unvollendete Route. Abgebrochen hatten die Bergpioniere, weil dem Sherpa die Götter nicht wohlgesonnen schienen – so die Legende. Stangl will die Route vollenden, auch als Tribut für die beiden Bergsteiger. Jedoch auch, weil er damit den tödlichen Eisbalkon umgehen kann, der letztes Jahr den Bergsteigern zum Verhängnis wurde. „Sicherheit geht vor“, so Stangl.

Der K2 wurde seit der Erstbegehung 1954 von 298 Bergsteigern erklommen. Eine alpinistische Herausforderung ist der Achttausender für Stangl nicht: „Technische Schwierigkeiten sind am K2 nicht das Problem, er ist lediglich sehr gefährlich. Eine Herausforderung ist, das in 24 Stunden zu machen, im Skyrunnig-Stil: Möglichst schnell rauf und wieder runter, ohne Hilfe und großes Equipment. Höhenkrankheit spielt kaum eine Rolle. Bin ja nur kurze Zeit in der Todeszone“, so Stangl zum K2-Abenteuer. Den „Speedrekord“ am K2 hält der Franzose Benoit Chamoux. Der brauchte 1986 vom Bergfuß bis zum Gipfel 23 Stunden. Chamoux hatte allerdings vorbereitete Lager und Helfer. Auf die verzichtet Stangl.

Wenn alles glatt geht, Wetter und äußere Bedingungen stimmen, wird Stangl sich Ende Juli auf die Socken zum Gipfel machen. Nächste Woche bricht er nach Islamabad in Pakistan auf. Von dort geht’s erstmal per Bus weiter. Dann nach vier Tagen Anmarsch wird der Steirer das Basislager auf 5.000 Meter erreichen. „Dieses Jahr gehe ich auch dezidiert alleine. Zum einen, um andere nicht in Gefahr zu bringen, Zum anderen werden sich nach der Tragödie letztes Jahr die Berggruppen am ‚Todesberg’ auf den Füßen stehen. Ich geh lieber alleine“, so Stangl.

Der K2

Die Sicht vom K2 aus 8.100 Meter Höhe
Seinen befremdlichen Namen erhielt der K2 1856 durch einen britischen Vermessungsingenieur. Der nummerierte einfach aus großer Entfernung die Gipfel durch. Der „K2“ war der zweite Berg – neben dem „K1“ Masherbrum – von Westen aus gesehen.
Der K2 ist der zweithöchste Berg der Erde mit 8.611 Metern und gilt als der gefährlichste Achttausender. Der Berg liegt an der Grenze zwischen China und Pakistan im Karakorum-Gebirge. Bergsportler reisen über Pakistan zum K2 an. 2008 fanden elf Bergsteiger den Tod. Entweder in der Eislawine oder weil sie pberhalb davon nicht mehr absteigen konnten. Bisher starben 77 Bergsteiger am K2. Er trägt damit seinen Namen „Todesberg“ wohl zu Recht. 298 Bergsteiger standen bereits am Gipfel, vier sogar zweimal. 1954 wurde der K2 von zwei Italienern zum ersten mal über die „Abruzziroute“ bestiegen.
Vorschau_Skyrunner.pdf
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Anfang September erscheint das Buch von und über Christian Stangl im Leykamverlag. Mehr Infos auf angehängten pdf.


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